Andere über uns:


Ein sehr schöner Beitrag über uns auf Radio 91.2 von Klaus Lenser:

   https://www.nrwision.de/mediathek/do-mu-ku-ma-hallelujah-schalom-konzert-mit-lutz-debus-und-holger-jenrich-250922/




Hallelujah & Schalom

 
Über das Gastspiel im Speicher 3 in Havixbeck-Hohenholte (6. September 2025) schrieb Axel Engels unter der Überschrift „Hallelujah & Schalom“ am 8. September 2025 in den „Westfälischen Nachrichten“ (WN):
 „Als Lutz Debus den ersten Akkord von ,Bird on a Wire‘ anschlug, war sofort Stille. Dieses Lied, ein Bekenntnis des Scheitern und der Sehnsucht nach Freiheit, gewann durch Debus‘ Stimme eine spürbare bare Intensität. Holger Jenrich ergänzte das Musikalische durch Worte. Mal erzählte er biografische Details, interpretierte Texte, ließ Cohen selbst durch Zitate sprechen. Dabei wirkte er nicht wie ein Dozent, sondern wie ein Freund, der einen am Ende eines langen Abend in die Geheimnisse seines Lieblingsdichters einweiht. Es war diese Mischung aus Musik und Erzählung, die das Publikum mitnahm. (…)
 ,Hallelujah & Schalom‘ in Hohenholte war mehr als ein Konzert. Es war ein Samstagabend, der Menschen zusammenbrachte, der Erinnerungen wachrief und neue schuf, der tröstete und zugleich herausforderte. Ein Abend, an dem man spürte: Leonard Cohens Lieder sind nicht alt. Sie sind Gegenwart. Und sie bleiben.“ 



Cohen-Abend begeistert Publikum im Turm

 
Über den Auftritt im Förderturm Bönen (4. September 2025) schrieb Carola Schiller unter der Überschrift „Cohen-Abend begeistert Publikum im Turm“ am 6. September 2025 im „Westfälischen Anzeiger“ (WA):
 „Mit großem Interesse hatte Hartmut Hegewald von der ,Bürgerstiftung Förderturm Bönen’ als Veranstalter gerechnet, als die Verantwortlichen den Abend zu Ehren von Leonard Cohen planten. Doch am Donnerstagabend füllte sich der Parkplatz immer mehr, die Plätze im Förderturm waren längst besetzt, weitere Stühle mussten eilig bereitgestellt werden. Drinnen saßen die Gäste bereits bis dicht an die Bühne, draußen lauschen viele weitere Besucher bei geöffneten Türen. (…)
 Dass Cohen Musikgeschichte geschrieben hat, wurde an diesem lauen Abend mehr als deutlich. Die Geschichten aus seinem Leben – religiös inspiriert und geprägt von seiner jüdischen Identität – gingen unter die Haut. Das Publikum wusste die Leistung von Holger Jenrich und Lutz Debus zu schätzen. Gleich zweimal gelang es den beiden, die Gäste zum Mitsingen zu bewegen. (…)
 ,Es wird eine Wiederholung geben‘‘, versprach Hartmut Hegewald. Sie ist für März kommenden Jahres geplant.“ 


Dicht, Dichter. Ein besonderer Konzertabend über Leonard Cohen in der Christuskirche am Roden in Iserlohn

von Bernhard Laß am Montag, 10. Februar 2025




Dicht, Dichter. Ein besonderer Konzertabend über Leonard Cohen in der Christuskirche am Roden in Iserlohn

Von Bernhard Laß




Iserlohn-Roden. Ein Konzert, eine Hommage an den Dichter, Schriftsteller und Sänger, Leonard Cohen, sollte es werden, doch es wurde viel mehr. Ein Eintauchen in die Tiefe von Gefühlen, Spiritualität, Liebe, Glauben, Lebensgeschichten, die sich mit denen der vortragenden Künstler und des Publikums verwoben und im Hier und Jetzt ihre Anknüpfungspunkte fanden. „Ich habe früher nicht viele Lieder von Leonard Cohen gehört und „Halleluja“ kennt wohl jede und jeder. Doch irgendwie ist er so etwas wie ein immaterielles Kulturerbe und da dachte ich, so ein Konzert ist doch eine gute Chance sich dem Musiker zu nähern!“, so ein Besucher am Eingang der Christuskirche am Roden in Iserlohn.




Und sie kamen

Gut 80 Menschen, darunter etliche echte Cohen-Fans, konnte Pfarrerin. Bettina Roth-Tyburski in der Christuskirche am Roden in Iserlohn begrüßen. Sie haben sich aufgemacht und sitzen nun erwartungsvoll in den Bänken vor dem Altarraum, in dem das Equipment der Künstler Lutz Debus und Holger Jenrich aufgebaut ist.




Zwei Künstler, ein Thema

Mit 13 Jahren hat Lutz Debus das Gitarrenspielen begonnen und sich schon sehr früh mit den Liedern von Leonard Cohen beschäftigt. Seinen Freund Holger hat er dann 1978 im Jugendkeller kennengelernt und seitdem sind jetzt 45 Jahre befreundet, auch wenn sich ihre Lebenswege räumlich getrennt haben. Lutz Debus lebt in Dortmund und Holger Jenrich in Hannover und Lüchow-Dannenberg. 

Aber beide, der Sozialarbeiter und der Buchautor und Publizist haben sich intensiv mit „ihrem Leonard Cohen“ beschäftigt, viele Konzerte besucht, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten. Doch ein gemeinsames Erlebnis verbindet die Beiden mit ihm, sein Auftritt bei „Rock am Ring“, am 29. Mai 1993.  Auch wenn das schon viele Jahre her ist, ließen die Gedichte, Romane und vor allem die Lieder von Leonard Cohen sie nicht los. So haben sie sich zusammengetan und ein Konzertprogramm daraus gemacht. Musizierend und erzählend bewegen sie sich mit Liedern, Texten, persönlichen Lebensgeschichten durch sein Leben. Und dabei fällt auf, wie gut diese Texte in die Gegenwart mit ihren politischen Wirren, Verunsicherungen und dem Rechtsruck mit seinem aufkeimenden Faschismus passen.




Der Poet und Singer-Songwriter  

Leonard Cohen, geboren 1934 und gestorben 2016, war vieles: ein tiefgläubiger Jude, der sich aber auch intensiv mit dem Buddhismus und dem Christentum auseinandergesetzt hat. Seine Texte sind persönlich-intim, tiefgründig und von seinem Glauben und seiner Thora- und Bibelkenntnis durchzogen, die sein Leben und Werk über Frauen, Freiheit und Liebe, Tod und Religion bestimmt haben.

Holger Jenrich erzählt: Cohen wollte nie Sänger werden. Er sah sich als Schriftsteller und vor allem als Poet. Doch um seine Texte dichter an und breiter unter die Menschen zu bringen, folgte er dem Rat der Folksängerin Judy Collins, lernte das Gitarrenspielen und vertonte seine Texte. Mit eher schlichten gezupften Akkorden und einem von tiefer Stimme getragenen Sprechgesang wurde er zum Prediger. Sein Familienname, Cohen = hebräisch Priester, wurde zu seiner Bestimmung. Die priesterliche Tradition, in der der Namensträger steht, machte ihn zum singenden Verkünder. Immer wieder stimmt er in seinen Liedern und Texten auch gesellschaftskritische Töne an und zeigt sein antisemitisches Engagement.“




Das Programm

12 Songs von Leonard Cohen kommen an diesem Abend zum Vortrag. Ergänzt, erläutert und in das Leben Leonard Cohens und in die Zeitgeschichte eingeordnet und interpretiert berühren und verbinden sie sich in ihrer Tiefe und Vielschichtigkeit mit den Lebensgeschichten der Künstler und Besucherinnen und Besucher.




Horror, Schönheit und Liebe

"Dance Me to the End Of Love" Ein Liebeslied: „Tanz´ mich zum Ende der Liebe“. Eine tiefe Sehnsucht nach Verschmelzung, nach Schutz, Aufgehoben- und Geborgensein, nach Zärtlichkeit, Anmut, Frieden und Schönheit beginnt mit schwer zu verstehenden Zeilen:

„Tanz´ mich zu deiner Schönheit mit einer brennenden Geige Tanz´ mich durch die Panik, bis ich mich darin sicher fühle Heb´ mich wie einen Olivenzweig und sei meine heimkehrende Taube“

Es ist das Wissen vom „Tanz“ beim Aufspiel des Mädchenorchesters vor den Krematorien der KZs, das Cohen, der Jude, hier als Bild aufgreift. Das Wissen um das Vorhandensein der Schönheit, die obsiegt, während der Horror und das Töten vor sich geht. Die Erlösung aus der alles vernichtenden Sintflut hinein in das unendliche Geborgensein.

Und gleichzeitig sind die folgenden Verse erfüllt von der gleichen Sprache, die wir verwenden, um uns der Geliebten, dem Geliebten hinzugeben. Und Cohen sagt: „Es sei nicht wichtig, dass jemand die Entstehung davon kennt, denn wenn die Sprache von dieser leidenschaftlichen Ressource kommt, wird sie in der Lage sein, alle leidenschaftlichen Aktivitäten zu umarmen.“

So sind viele seiner Lieder gespickt mit biblischen Zitaten, wie z.B. „The story of Isaak“. In seiner Wiedergabe wird die Geschichte von Isaaks Opferung zu einer Parabel gegen religiösen Dogmatismus: "Du, der du jetzt diese Altäre baust / Um diese Kinder zu opfern / Du darfst es nicht mehr tun / Ein Plan ist keine Vision.“ Kein Kindsmord, niemals, egal für was für einen „Gott“, ist die kurz gefasste Botschaft!




Flucht und Schutz

Lutz Debus, der Sänger und Gitarrist, hat erst spät in seinem Leben erfahren, dass jüdisches Blut seiner Ur-Ur-Großmutter in ihm fließt und erst damit verstanden, woher die Ängste und Verschlossenheit in Teilen seiner Familie stammen, über die so gut wie nie gesprochen wurde. Da ist die Geschichte von einem versteckten und zur Flucht verholfenem jüdischen Paar und die ständige Angst entdeckt zu werden, die bis heute nachklingt. Erfahrungen, zu denen auch das anti-faschistische Lied The Partisan passt, mit dem Cohen erstmals ein nicht von ihm selbst geschriebenes Lied herausbrachte. Dort heißt es: „Eine alte Frau gab uns Schutz. Wir in der Dachkammer versteckt“. 




Hallelujah

Neben "Suzanne" ist "Hallelujah" wohl Cohens berühmtestes Lied, das von viel zu vielen Interpreten gecovert wurde, so dass Leonard Cohen hoffte, es würde eine Zeit gar nicht mehr aufgeführt, erzählt Holger Jenrich.  Ein Liebeslied, dessen erotisches Verlangen mehrere biblische Anleihen enthält, vor allem die Geschichten von Samson und der verräterischen Delilah aus dem Buch der Richter ("sie schnitt deine Haare"), sowie dem ehebrecherischen König David und Bathsheba ("Du sahst sie badend auf dem Dach Ihre Schönheit und das Mondlicht überwältigten dich.“). Ähnlich dem Hohen Lied der Liebe, ist für Cohen Gott auch im sexuellen Akt gegenwärtig und darf gepriesen werden.




Jom Kippur 

Es ist ein Gebet, das mit dem Angriff der arabischen Staaten auf den Staat Israel am höchsten Feiertag Jom Kippur, am 06. Okt. 1973, zu einem Lied wird. Leonard Cohen geht nach Israel und wird Soldat.

An Rosch ha-Schana wird es eingeschrieben und an Jom Kippur wird es besiegelt. Wie viele vergehen und wie viele geboren werden, wer leben und wer sterben wird, wer zu seiner Zeit und wer durch einen vorzeitigen Tod, wer durch Wasser und wer durch Feuer… Leonard Cohen fragt am Ende: „Wer entscheidet da eigentlich?“ Es ist, als wäre es für die Gegenwart geschrieben.




Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt 

Bei all den Wirren und Fragen unserer Zeit gibt es aber ein Lied, das Hoffnung aufkommen lässt: Anthem ist eine gesungene liturgische Antwort mit der Zusage: „There is a crack, a crack in everything“. Da ist ein Riss, ein Riss in allem. Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt. Es gibt nichts, aber auch gar nichts, das nicht schon den Riss in sich trägt, durch den das Licht durchbricht und die Dunkelheit erhellt. Ein Aufruf in unsere weltpolitische Situation?

„Zeichen, die wir alle sehen können.

Ich kann nicht mehr fortlaufen Inmitten der gesetzlosen Masse Während die Mörder in den oberen Etagen Ihre Gebete lauthals plärren Aber sie haben etwas heraufbeschworen Einen Gewittersturm Und sie werden noch von mir hören

Läute die Glocken, die noch klingen Vergiss deine wohlfeilen Gaben Da ist ein Riss, ein Riss in allem Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt“

Hallelujah & Schalom, ein Konzertabend, der schon in der Pause zu angeregten Gesprächen und Diskussionen unter den Besucherinnen und Besuchern einlud und noch lange nachklingen wird. 






Vorankündigung zu unserem Abend in der Tucholsky-Bühne in Minden



Das Cohen-Konzert ist entstanden durch die Einladung einer jüdischen Gemeinde im Dezember 2023. Lutz Debus wurde gebeten, dort zum Chanukka-Fest ein Konzert mit Musik des Künstlers zu spielen.
Er fragte Holger Jenrich und dann machten sie das zusammen. Er musste wohl nur eine offene Tür einrennen, denn für Holger Jenrich war Leonard Cohen (genau wie Bob Dylan) schon immer „ein Säulenheiliger“.
Was zunächst als einmaliges Konzert geplant war, wurde dann immer öfter angefragt. Im vergangenen Jahr gab es 12 Konzerte und zwischen Januar und Dezember 2025 kommen (Stand heute) etwas mehr als 20 Auftritte dazu. Zudem gibt es etliche Anfragen, bei denen es nur noch am konkreten Termin mangelt. 
Dabei führt Holger Jenrich als eine Art Conferencier durch das Programm während Debus zur Gitarre oder zum Kontrabass singt. Beide helfen dem Publikum bei der oftmals sehr verdeckten Deutung der Texte und finden damit oft dankbare Zustimmung der Besucher.
Das erste Mal war Jenrich 1979 in Bochum bei einem Cohen-Konzert und ist dem Künstler bis zu dessen Tod 2016 nach Amsterdam, Gent und anderswo zu 12 Konzerten auf der Welt gefolgt.
Ein Konzert in Münster ist ihm noch gut in Erinnerung. Dort war er als Rezensent für eine Zeitung und hatte den Veranstalter vorher um ein Interview gebeten. Der Wunsch wurde kalt abgelehnt, doch nach dem Konzert lief er dem Veranstalter über den Weg und der sagte, dass er jetzt, spontan, sofort ein Interview mit Cohen führen dürfte. Der journalistische Jungspund war überrascht und auch überfordert und hat sich diese einmalige Chance entgehen lassen. Er lehnte ab, weil er sich nicht genügend vorbereitet fühlte.
Noch heute ist in seinem Bauch das Loch zu sehen, dass er sich deswegen geärgert hat.
Neben der Musik und dem Journalismus ist er glühender Fan von Borussia Mönchengladbach und fährt von seinen Wohnorten in Hannover und im Wendland oft zu den Spielen.